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Il camion come arma (in tedesco)


#1

Flugzeuge entführen, hochrangige Politiker erschießen, spektakuläre Gebäude sprengen, mit Waffen und Sprengstoff hantieren, Botschaften attackieren, Flughäfen wegbomben, Geiseln nehmen, Prominente entführen, die OPEC attackieren – das alles sind Bilder aus einer längst vergangenen Terroristen-Welt.

Seit Jahren sind Terroristen bei den Soft Targets, den weichen Zielen, angekommen. Bei der wahllosen Tötung irgendwelcher zufällig Dagewesenen. Bei Anschlagszielen, die nicht bewacht werden können, weil es einfach zu viele Ziele gibt.

Mit Nizza hat jetzt die Zeit der Soft Weapons begonnen.

Attentate auf Politiker können durch besseren Personenschutz verhindert werden. Flugzeugentführungen durch mehr Flughafensicherheit. Wichtige Gebäude und Botschaften können durch Polizei oder physische Sperren geschützt werden. Anschläge durch Sprengstoff werden mittels der Kontrolle benötigter Chemikalien minimiert. Attentate mit Waffen durch schärfere Waffengesetze.

Doch keine Regierung der Welt wird verhindern können, dass Menschen Lastwagen fahren. Keine Regierung der Welt wird in die Köpfe von alleine oder im kleinen Verbund agierenden Terroristen schauen können, ohne sich mit der dafür nötigen totalen Überwachung gänzlich von der Demokratie zu verabschieden. Kein Land der Welt wird Menschenansammlungen schützen können ohne in einen permanenten Ausnahmezustand mit dauerhafter Polizei- und Militärpräsenz zu verfallen. Und selbst dann wird dieser totale Polizeistaat Anschläge gegen Soft Targets mit Soft Weapons niemals verhindern können.

Der grausame Anschlag von Nizza ist ein Wendepunkt. Er zeigt das Ende der Möglichkeiten von Überwachung und Massenüberwachung an. Natürlich werden die Sicherheitspolitiker noch engmaschigere Überwachung, noch mehr Datenaustausch, noch weniger Privatsphäre, noch mehr Polizei und Militär und einen weiteren Abbau von Grund- und Freiheitsrechten fordern. Es wird gegen diese Art von Terror nicht helfen. Es wird nur unsere durch Anti-Terror-Pakete angeschlagene Demokratien noch weiter aushöhlen und autoritärer machen.

Wir müssen – so bitter und traurig es ist – akzeptieren, dass Terror passieren kann. Das er wieder passieren wird. Dass er nur bis zu einer gewissen Grenze minimiert werden kann. Diese Einsicht ist kein Nachgeben gegenüber Terroristen, sondern dient im Gegenteil dem Schutz unserer freiheitlichen Gesellschaften.
https://www.metronaut.de/2016/07/der-lkw-als-waffe/